Mit ‘Georgien’ getaggte Artikel

Eröffnung des internationalen Weinkongresses in Georgien

Mittwoch, 23. Juni 2010

weinkongressAb dem 20. Juni eröffnete in Tiflis eine der großzügigsten Veranstaltungen in der Weinwelt – der 33. Kongress Wein und Rebe. An der Eröffnung nahm der georgische Präsident Michael Saakaschwili teil.

Die Eröffnungszeremonie des Weinkongresses fand im Theater “Rustaveli” statt. Im Rahmen des Kongresses ist eine technische Tour durch Kakheti geplant, wo die Delegierten die Kellereibetriebe anschauen werden. Zwecks des Kennenlernens der georgischen Kultur, sind  für die Gäste verschiedene Veranstaltungen geplant.

Vor der Eröffnung teilte der georgische Minister für Landwirtschaft mit, dass so eine Veranstaltung zum ersten Mal in der Geschichte des unabhängigen Georgiens stattfindet.

“Es ist eine weitere Anerkennung für Georgien als Weinbauland. Der einzigartige Charakter des georgischen Weines hat die Aufmerksamkeit der ganzen Welt herangezogen. Infolge wird eine größere Anzahl der Touristen, allgemeine Entwicklung des Tourismus und die Steigerung des Bekanntheitsgrades der georgischen Weine in der Welt erwartet», – bemerkte der Minister.

Am 25. Juni findet dann die offizielle  Abschlusszeremonie des Weinkongresses statt.

Bemerkenswert ist, dass Georgien zum zweiten Mal den  internationalen Weinkongress als Gastgeber empfängt. Der erste Empfang fand im Jahre 1962 statt. Damals nahmen an der Veranstaltung 32 Länderdelegationen teil.

Zu Tisch in Georgien auf ARTE

Donnerstag, 03. Juni 2010

arte.tvSamstag, 12. Juni 2010 um 17.45 Uhr

Wiederholungen:
13.06.2010 um 14:55
19.06.2010 um 14:00
Zu Tisch in …
(Deutschland, 2008, 26mn)
ZDF
Regie: Eberhard Rühle

Wie eine undurchdringliche Barriere ragen die schneebedeckten Dreitausender des Kaukasus steil aus der Ebene. Sie schützen das Alazani-Tal im Südosten Georgiens vor den rauen Nordostwinden aus Sibirien. Seit über 3.000 Jahren wird in der fruchtbaren Region Wein angebaut. Die langgezogene und durch den Gebirgsriegel im Norden geschützte Talebene in der Provinz Kachetien gilt als eine der ältesten Weinregionen der Welt. “Zu Tisch in …” ist heute Gast bei Familie Chuzischwili, die seit der Unabhängigkeit Georgiens wieder Wein in eigener Regie produziert.

Jimscher Chuzischwili und sein Sohn Avto schlendern gemächlich durch ihre Weinfelder und prüfen den Reifegrad der Trauben. Am nächsten Morgen soll die Ernte beginnen. Für beide ist die Weinlese die wichtigste Zeit im Jahr. Ein Großteil ihres Familieneinkommens hängt davon ab. “Zu Tisch in …” dokumentiert die Zeit vor und während der Weinlese.
Alle helfen mit, die Speisen für den Ernteeinsatz und das Erntefest danach vorzubereiten. Jimschers Frau Eteri backt Brot, während Avtos Frau Manana und ihre Mutter Cinkali zubereiten, die typischen mit Fleisch gefüllten Teigtaschen Georgiens. Gleichzeitig überwacht Jimscher die Reinigung des unterirdischen Weintanks. Ein Nachbarjunge schlüpft in die tönerne Amphore und bürstet die Ablagerungen des letzten Jahrgangs von den Wänden.
Avto und Jimscher leben im Dorf Gavazi im Alazani-Tal. Die Gegend im Süden des Hohen Kaukasus war eine der reichsten Regionen der Sowjetunion. Doch seit dem Beginn der Blockadepolitik Russlands ist der Weinexport stark eingebrochen. Viele Weinberge liegen inzwischen brach. Um in der Krise zu überleben, haben Jimscher und sein Sohn versucht, neue Einkommensquellen zu erschließen. Sie mussten unabhängiger werden von der Weinproduktion. Jimscher hat dabei geholfen, so dass er schon zu Sowjetzeiten selbstständig war, ein “Kapitalist”, wie er schmunzelnd sagt.
Für die großen Kolchosen hat er Schreinerarbeiten ausgeführt und nach und nach auch seinem Sohn das Tischlerhandwerk beigebracht. Inzwischen bauen die beiden Fenster, Türen und Möbel für die Dorfbewohner. Neben dem Wein ist die Tischlerei heute die Haupteinnahmequelle der Familie. Außerdem hat sich Avto das Imkern beigebracht, denn auch Honig ist ein gutes Zubrot. Seine Frau Manana arbeitet als Lehrerin in der Dorfschule.
Der Film beobachtet mit Sympathie, wie Familie Chuzischwili es schafft, die Krise zu meistern und trotz aller Widrigkeiten, die das Land Georgien in seiner Entwicklung hemmen, glücklich zu sein. Am Ende helfen alle zusammen bei der Ernte – die Familie, die Verwandten, die Nachbarn. Und trotz sengender Hitze haben die Chuzischwilis und ihre Freunde Spaß bei der Weinlese.

“Zu Tisch in …” reist in die Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart.

Quelle: arte.tv

Georgien: Amphoren, alte Rebsorten, neue Leute, neue Weine

Mittwoch, 28. April 2010

Saperavi, Rkatsiteli und Mtsvane. Eigene Rebsorten, den Kaukasus, Amphoren-Weine und tausendjährige Tradition: Georgien hat eigentlich alles, was zu einem eigenständigen Profil im Reigen der Weinbau-Regionen gehört. Hier gibt es wirklich etwas zu entdecken – erfreulicherweise nicht die allgegenwärtigen Chardonnay, Cabernet und Merlot, wie sie weltweit angebaut werden. Die Georgier können zwischen 500 autochthonen Rebsorten wählen. Ein großer Teil der Weine wird mittlerweile mit moderner Technik produziert und entspricht internationalen Standards.

Eine neue Region, neue Rebsorten, neue Weinstile, neue Leute. Das sollte die Wein-Fans elektrisieren. Trotzdem sind georgische Weine bei uns so gut wie unbekannt. Im kleinen Georgien-Spezialisten-Kreis wird über den Amphoren-Ausbau gestritten, wird von der Wiege des Weinbaus geraunt und werden die Erlebnisse mit den Trinkhörnern zum besten gegeben . Ob das der richtige Weg ist? Auch die offizielle Website des georgischen Landwirtschaftsministeriums ist eher etwas für Insider. Die dargestellte Tradition dürfte kaum Lust aufs Kennenlernen und Probieren machen. Wenn dann ein deutscher Wein-Journalist auf der Prowein ein georgisches Mützchen aufsetzt, ist das ungefähr so, als würde ein Japaner in Lederhose auf der Messe in Tokio das neueste Modell von Mercedes Benz vorstellen.

Information tut not. Der gleiche Journalist hat sich darum schon große Verdienste erworben: als einer der ersten ist er vor Ort gewesen und hat darüber berichtet. In Georgien erinnert man sich gerne an seinen Besuch. Geschäftlich blieb er allerdings weitgehend ohne Folgen. Da in Deutschland so gut wie keine georgischen Weine distribuiert sind, wird nicht darüber berichtet. Und weil nicht darüber berichtet wird, beschäftigt sich niemand im Handel mit den Weinen.

Nachdem Russland vor drei Jahren ein Embargo verhängte, fielen 80% des Marktes weg.  Die Georgier selber setzen auf die verbliebenen traditionellen Märkte: Ukraine, die baltischen Staaten und Kasachstan. Für den europäischen Markt sehen sie sich noch nicht gerüstet: bei den niedrigen Preisen zum Beispiel in Deutschland meinen sie, nicht mithalten zu können. Trotz extrem niedriger Löhne ist Georgien kein Billig-Land für Wein: das Material muß teuer importiert werden. So kommen Flaschen zum Beispiel aus Bulgarien oder Rumänien über das Schwarze Meer, da es in Georgien keine Glashütte gibt. Die Transportkosten liegen bei 6.000 Euro pro LKW.  Ebenso müssen die Weine auf dem Land- und Seeweg über die Türkei und das Mittelmeer versandt werden. Bei Kleinmengen entstehen dadurch hohe Kosten.  Dazu kommt, daß Georgien zwar Mitglied im Europarat ist, die Weine aber als Herkünfte aus “Drittland” behandelt werden und mit Zoll belegt sind.

Eine funktionierende Gemeinschaftswerbung gibt es nicht. Die Stände bei der Prowein in den letzten Jahren wurden zum Teil durch Entwicklungshilfe-Organisationen (PPT download) zur Verfügung gestellt.

Welche Möglichkeiten hat georgischer Wein bei uns? Einzelne Betriebe sind zur Zeit dabei, Parker-Punkte, Medaillen und Auszeichnungen zu sammeln. Das gilt vielen als Nachweis internationalen Niveaus. Moderne Weine und Tradition müssen miteinander verknüpft und mediengerecht aufgearbeitet werden. Es werden neue Amphoren(Kvevri)-Keller angelegt. Spezialcuvees ein oder zwei Monate darin ausgebaut und mit Barrique verfeinert.

Die werden gemacht: die guten Betriebe sind nach ISO und IFS zertifiziert, es wird mit Öko-Anbau experimentiert und man macht sich über Nachhaltigkeits-Konzepte Gedanken. Fachkräfte werden zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Hochschule Heilbronn ausgebildet.

In der Kommunikation sind die einzelnen Betriebe gefordert: neben dem Aufbau der Distribution wären klassische und Internet-PR wichtig. Eine gemeinschaftliche Anstrengung mehrer großer Betriebe könnte auch mit einem kleinen Etat viel bewegen. In der Tat haben die Georgier recht, wenn sie sagen, niemand habe auf Georgien gewartet. Doch wenn sie selbst nicht aktiv werden, bleiben Saperavi, Rkatsiteli und Mtsvane auch weiterhin bei uns unbekannt.

Quelle: Weinakademie Berlin

33. Internationaler Weinkongress in Georgien

Donnerstag, 28. Januar 2010

weinkongress

Vom 20. bis 27. Juni 2010 findet in Tbilisi der 33. International Weinkongress der OIV statt. Das Hauptthema der Versammlung “Wein und Rebe – weltweite Schatzkammer, Tradition und Innovation”, an der die besten Winzer und Experten teilnehmen.

Am 13. März findet  in Paris das Treffen der technischen Gruppen des Kongresses statt, auf dem endgültig entschieden wird, welche wissenschaftliche Aspekte auf dem Kongress vorgestellt werden.

Alle Weinproduzenten werden die Möglichkeit haben, ihre Produktion der Jury vorzustellen, die erst nach der Verkostung den Zutritt ermöglicht.

„Weinclub“ in Georgien gegründet

Montag, 05. Oktober 2009

weinclub_georgienGeorgien hat einen „Weinclub“ auf der Blog – Basis für den Wein und Gastronomie mit Malchas Harbedi als Vorsitzenden gegründet.

Der „Weinclub“ zählt jetzt schon an die 30 Mitglieder und vereint Winzer, Journalisten, Anwälte, Archäologen, Literaten und Farmer unter einem Dach. Das Ziel des Clubs ist die Näherbringung der Kultur und des Weinwissens zu den Konsumenten, Propaganda über hochqualitativen Wein und Beiträge in die Entwicklung des Tourismus.

Der „Weinclub“ plant internationale, regionale, lokale Konferenzen, Seminare, Trainings, Ausstellungen und andere Veranstaltungen durchzuführen. Regelmäßig werden Weinverkostungen mit der Teilnahme verschiedener Experten durchgeführt. Die Konferenzen an den runden Tischen werden sich hauptsächlich mit den Problemen in der georgischen Weinwirtschaft und den zukünftigen Perspektiven beschäftigen. Über die Ergebnisse der Diskussionen wird anschließend im Fernsehen und in der Presse berichtet.

Keine Weinlese in 5 georgischen Dörfern

Donnerstag, 03. September 2009

keine weinernte

In diesem Jahr wird in der Weinregion Kakheti, in fünf georgischen Dörfern keine Rtveli (Weinlese) stattfinden. In den Dörfern der Telavi Region Napareuli, Artana und Ruispiri wurden  70 %-80 % der Ernte durch ein Unwetter vernichtet, und in den Dörfern Schakriani und Almater der Kvareli Region sind es fast 100 % der Ernte.

Wie der Stellvertreter des Gouverneurs der Region Pjotr Kiknadse mitteilt, ist keine Kompensation des Schadens für die betroffenen Weinbauern geplant. Die Behörden werden die  Bauern bei der Durchführung der Frühlingsarbeiten finanziell unterstützen.