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Zu Tisch in Georgien auf ARTE

Donnerstag, 03. Juni 2010

arte.tvSamstag, 12. Juni 2010 um 17.45 Uhr

Wiederholungen:
13.06.2010 um 14:55
19.06.2010 um 14:00
Zu Tisch in …
(Deutschland, 2008, 26mn)
ZDF
Regie: Eberhard Rühle

Wie eine undurchdringliche Barriere ragen die schneebedeckten Dreitausender des Kaukasus steil aus der Ebene. Sie schützen das Alazani-Tal im Südosten Georgiens vor den rauen Nordostwinden aus Sibirien. Seit über 3.000 Jahren wird in der fruchtbaren Region Wein angebaut. Die langgezogene und durch den Gebirgsriegel im Norden geschützte Talebene in der Provinz Kachetien gilt als eine der ältesten Weinregionen der Welt. “Zu Tisch in …” ist heute Gast bei Familie Chuzischwili, die seit der Unabhängigkeit Georgiens wieder Wein in eigener Regie produziert.

Jimscher Chuzischwili und sein Sohn Avto schlendern gemächlich durch ihre Weinfelder und prüfen den Reifegrad der Trauben. Am nächsten Morgen soll die Ernte beginnen. Für beide ist die Weinlese die wichtigste Zeit im Jahr. Ein Großteil ihres Familieneinkommens hängt davon ab. “Zu Tisch in …” dokumentiert die Zeit vor und während der Weinlese.
Alle helfen mit, die Speisen für den Ernteeinsatz und das Erntefest danach vorzubereiten. Jimschers Frau Eteri backt Brot, während Avtos Frau Manana und ihre Mutter Cinkali zubereiten, die typischen mit Fleisch gefüllten Teigtaschen Georgiens. Gleichzeitig überwacht Jimscher die Reinigung des unterirdischen Weintanks. Ein Nachbarjunge schlüpft in die tönerne Amphore und bürstet die Ablagerungen des letzten Jahrgangs von den Wänden.
Avto und Jimscher leben im Dorf Gavazi im Alazani-Tal. Die Gegend im Süden des Hohen Kaukasus war eine der reichsten Regionen der Sowjetunion. Doch seit dem Beginn der Blockadepolitik Russlands ist der Weinexport stark eingebrochen. Viele Weinberge liegen inzwischen brach. Um in der Krise zu überleben, haben Jimscher und sein Sohn versucht, neue Einkommensquellen zu erschließen. Sie mussten unabhängiger werden von der Weinproduktion. Jimscher hat dabei geholfen, so dass er schon zu Sowjetzeiten selbstständig war, ein “Kapitalist”, wie er schmunzelnd sagt.
Für die großen Kolchosen hat er Schreinerarbeiten ausgeführt und nach und nach auch seinem Sohn das Tischlerhandwerk beigebracht. Inzwischen bauen die beiden Fenster, Türen und Möbel für die Dorfbewohner. Neben dem Wein ist die Tischlerei heute die Haupteinnahmequelle der Familie. Außerdem hat sich Avto das Imkern beigebracht, denn auch Honig ist ein gutes Zubrot. Seine Frau Manana arbeitet als Lehrerin in der Dorfschule.
Der Film beobachtet mit Sympathie, wie Familie Chuzischwili es schafft, die Krise zu meistern und trotz aller Widrigkeiten, die das Land Georgien in seiner Entwicklung hemmen, glücklich zu sein. Am Ende helfen alle zusammen bei der Ernte – die Familie, die Verwandten, die Nachbarn. Und trotz sengender Hitze haben die Chuzischwilis und ihre Freunde Spaß bei der Weinlese.

“Zu Tisch in …” reist in die Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart.

Quelle: arte.tv